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Der erste Hurra, Honig! 2014 ist endlich geschleudert!

Es ist immer ganz besonderes Ereignis, wenn die erste Schleuderung des Jahres ansteht. Wir hatten bereits das vorherige Wochenende angepeilt, doch Wetter und viel Trubel ließen Gitta und mich lieber noch weitere sieben Tage warten. Mit dem vergangenen Sonntag war es auch schnell klar: es wird verflixt heiß und mit der Hitze verteufelt anstrengend.

Das Ergebnis war nach knapp sieben Stunden ein Gutes, aber kein Überragendes, da wir noch etliche Waben lieber für die zweite Schleuderung länger im Stock gelassen haben, da sie teils noch nicht die ausreichende Verdeckelung  vorweisen konnten. Ist schon interessant, wie die individuellen Ergebnisse der Bienen-Völker sind. Worauf es aber wirklich ankommt:  Qualität und Geschmack. Mit dem ersten Honigbrot haben wir uns schon mal das Fazit gezogen, dass wir mit dem Hurra, Honig! #1/14 einen ganz prima neuen Jahrgang in Vorbereitung haben. Er ist herrlich mild!

Da kommt er raus, der erste Hurra, Honig 2014!

Gleich aufs Brot!

Für die ganz Eiligen: Natürlich kann man den Honig schon jetzt essen. Besser aber ist es, wenn wir an vielen Tagen die Zuckerkristalle brechen, damit er schön streichzart wird und nachträglich nicht im Glas zu einem festen Klumpen wird. Passiert dies, war der Imker ein Faulbärchen.

Wissen wann es den ersten Honig zu kaufen gibt? Einfach Hurra, Honig auf Facebook schreiben oder uns eine Mail schreiben, dass wir dich benachrichtigen können, wenn er fertig ist.

 

Ich will Hurra, Honig!

Biologisch, aber nicht zertifiziert

Honig gehört den natürlichsten Nahrungsmitteln die es gibt. Bienen fliegen von Blume zu Blume und saugen den Nektar mit ihren Rüssel in den Honigmagen, der nach etwa 200 Blüten gefüllt ist. Bis zu fünf Ausflüge schafft je nach Blütenlage die Biene am Tag. Im Stock geben die Arbeiterinnen den Nektar von Biene zu Biene weiter und reichern ihn bei der Futterübergabe mit keimtötenden Inhaltsstoffen und Drüsensekreten mit Eiweißverbindungen an. Der halbfertige Honig wird in Bienenwaben eingelagert. In diesen Reifeprozess verliert der Honig Wasser und wird haltbar. Das schaffen die Bienen ganz von alleine. Einen Imker braucht es dafür nicht.

Ist Honig für diesen geschlossenen Kreislauf nicht dann automatisch Bio? Natürlich nicht, weil es dafür nämlich Zertifizierungen gibt die den Verbraucher die Gewissheit geben sollen, dass genau das im Honig ist, was man als Honigfreund erwartet. Naturbelassener Honig und nix anderes. Ich hab mal auf der Website Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau mal nachgelesen was die ökologischen Aspekte für biologisches Imkern ist: Es geht darum „möglichst hochwertige Produkte herzustellen, die möglichst Tier- und umweltschutzgerecht erfolgen. Es werden aber auch wirtschaftliche Aspekte genannt. Zum Beispiel,“ weil Die Nachfrage nach Ökoprodukten ständig steigt und Betrieben eine mögliche Vermartkungsschiene eröffnet“. Ab 30 Bienenvölkern rentieren sich aber erst die Kosten die für die Zertifizierung und die regelmäßigen Kontrollen entstehen. Auch wenn das Agrarministerium hierzulande einen „Kontrollzuschuss“ von 200 € anbietet, ist bei unseren wenigen Wirtschaftsvölkern keine Option, da wir dann jedes Glas Honig etwa 2 € teuerer machen müssten obwohl es das gleiche Produkt ist. Ach ja, natürlich ist der Anforderungskatalog für Bioimker länger,

  • aber wir geben bei Bienen der Apis mellifera und ihren lokalen Ökotypen den Vorzug.
  • Die Bienenstöcke sind so aufzustellen, dass im Umkreis von drei Kilometern um den Standort Nektar- und Pollentrachten im Wesentlichen aus ökologischen/biologischen Kulturen und/oder Wildpflanzen und/oder Kulturen bestehen: Wir stehen mit unserem Bienenstand auf dem Gelände des Landschaftspark Hachinger Tal. Darüber hinaus können wir vermutlich auch nicht mehr sagen, als die meisten Bio-Imker.
  • Wir nutzen auch Bienenwohnungen aus Holz.
  • Waben mit Brut werden natürlich nicht geschleudert.
  • Wir verwenden vorwiegend Mittelwände aus pestizitfreien Wachs.
  • Selbstverständlich beschneiden wir nicht die Flügel der Königinnen.
  • Zur Bekämpfung der Varroa-Milbe nutzen wir nur organischen Säuren.
  • Zur Völkervermehrung nutzen wir sowohl die Ablegerbildung bei Schwarmtrieb (standbegattet), aber auch die Hinzunahme belegstellenbegatteter Königinnen, vorrangig um mit  varroaresistenten  und sanftmütigen Völkern arbeiten zu können. Hier sind Bioimker strenger (nur natürliche Vermehrung). Bei einer überschaubaren Anzahl von Vökern ist unser eigener Genpool dafür zu gering.

Ja, wir nehmen uns viel Zeit um den naturbelassenen Honig (keine Wärmebehandlung) per Hand zu rühren und dadruch eine tolle, cremige Konsistenz zu erhalten. Das dauert schon einige Wochen.

Nein, wir verwenden zur Wintereinfütterung keinen Biozucker. Als ich neulich von einem Bioimker erfahren habe, dass er seinen Zucker letztes Jahr aus Indien bezogen hat, musste ich schmunzeln.