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Wenn sich der Imker durch den Winter zittert

Das Bienenjahr ist ja eigentlich schon im August zu Ende. Natürlich sind für den Imker auch danach noch einige Aufgaben zu erledigen, z.B. das das Einfüttern. Die Bienen brauchen für den entnommenen Honig eine alternative Nahrung, die sie durch den Winter bringt. Wenn die Völker dann hoffentlich gut für die kalte Jahreszeit gerüstetet sind, gibts regelmäßige Wartungsbesuche (hoffentlich alles ok!) und noch einmal eine Behandlung gegen die Varroa-Milbe. Weil nur vitale Völker durch den Winter kommen, habe ich dieses Jahr fünf Ableger gemacht, um eventuelle Winterverluste auszugleichen. Hoffentlich schaffen es alle.

Die Bienen-Nahrungsquellen versiegen

Wenns kälter ist, so bei etwa 12° bleiben die Bienen lieber im Stock. Der Imker beisst sich dann lieber in die Faust, weil man die Beute besser nicht mehr öffnet. Die Bienenvölker sind jetzt auf sich gestellt, bis auf meine Gedanken, die sie begleiten. Bei jedem Sturm hoffe ich, dass der Selbstbau-Freistand sich gut gegen den Wind behauptet (bis jetzt prima,  klopf*klopf*klopf) und je länger der Winter dauert, dass das Futter reicht. Schneit es, soll der Schnee nicht die Einfluglöcher verdecken. Im Stock soll eine gute Luftzirkulation herrschen. Kommt der Frühling zu früh, hofft man, dass kein weiterer Wintereinbruch das Futter- und Brutmanagement des Volkes stört. So ein Winter kann schon verflixt lange dauern.

Winterverluste prognostiziert

Nach diesem verrückten Bienenjahr prognostizieren die Bieneninstitute hohe Winterverluste. Der frühe Start und Milde Start ins Bienenjahr hatte der Varroamilbe viel Zeit gegeben, sich immer wieder zu reproduzieren: ”Für das Wirtschaftsjahr 2014/15 befürchte die Expertenrunde im Bundesdurchschnitt einen Winterverlust von bis zu 23 % der Bienenvölker. Zuletzt habe die Milbe pro Jahr rund 10 % bis 15 % der Bienenvölker dahingerafft. Damit wären die Winterverluste durch die Varroamilbe im laufenden Wirtschaftsjahr wieder auf dem hohen Niveau von 2005/06 und 2011/12. Im Wirtschaftsjahr 2003/04 seien mit 28 % sogar noch mehr Bienenvölker durch die Varroamilbe vernichtet worden.

Ein kalter Winter ist daher nicht unbedingt schlecht für die Bienen. Eine Imkerregel besagt: “Kalte Füße, warmer Kopf.” 

Macht es gut Mädels!