Sie fliegen! Grosser Reinigungsflug am Bienenstand.

Im Februar geht mir der Schnee meist gründlich auf den Geist. Das geht bestimmt auch den Bienen so, allerdings ist es weniger der Schnee als die Kälte. Die Bienen sitzen in der Traube und müssen sich ihr Geschäft so lange verdrücken, bis es warm genug ist, dass der Latrinenflug keine Selbstmordaktion ist. Heute war es endlich so weit, die ersten warmen Sonnenstrahlen haben die Flugbretter auf etwa 12 ° aufgeheizt. Als ich gegen 13:30 Uhr heute am Bienenstand ankam, brummte es schon gewaltig. Ein wunderbares Bild! Sollten die Völker jetzt den Restwinter gut überstehen, sollten genug Wirtschaftsvölker für ein paar Gläser Honig vorhanden sein.

Überall findet man im Schnee jetzt die Spuren der großen Befreiung. Bienen lieben es auf weißen Untergrund zu koten. Würden jetzt ein weißes Auto oder weisse Wäsche vor den Bienenstand stehen, wäre die jetzt ordentlich eingesaut.

Am Ablegerstand war bei zwei Völkern wenig bis kaum Flugbetrieb festzustellen. Vielleicht lag es daran, dass die Flußlöcher im Schatten lagen, vielleicht haben es die Völker aber auch nicht geschafft. :-(

Die nächste entscheidende Frage: Haben die Bienen noch genug Futter? Wenn sich die Temperatur weiter aufgeheizt hat, kann man es wagen mal die Deckel zu öffnen.

Bienenstand versinkt im Schnee: Die Fluglöcher müssen freigeräumt werden

War die Weihnachtsstimmung am 24.12. eher herbstlich, verwandelte sich über Nacht der Bienenstand über Nacht in ein weisses Meer. Nachdem ich bereits am 26. die Fluglöcher der Beuten freigeräumt hatte, waren sie zwei Tage noch tiefer eingeschneit.
Dann mal lieber zum Bienenstand gestapft und für die nötige Luftversorgung gesorgt.

Die Bienen sitzen ganz eng in einer Traube und in der Mitte die Königin. Das Brutgeschäft ruht.”Die Bienen in der äussersten Schicht der Traube entwickeln durch Vibrieren ihrer Muskulatur Wärme. Für die Herstellung der Wärme wird das Futter, das die Bienen im Sommer und Herbst in den Futterwaben abgelagert haben verwendet. Auf diese Weise existiert im Innern der Traube stets eine Temperatur von mindestens 25 °C.”(Imkerverein Büchertal).

Ordentliches Imkerjahr-2014: Verkauf der letzen Gläser Hurra, Honig!

Das Imkerjahr 2014 fällt, wenn man sich mit Imkerkollegen unterhält, durchwachsen aus. Mit Start des Jahres mochte man ja beinahe euphorisch utopischen Honigerträgen durch den frühen Start der Natur entgegenfiebern, doch am Ende gabs weniger Honig, als eine enorme Belastung durch die Varroa Milbe. Im Verleich zu 2013 mussten wir uns mit weniger Honigertrag zufrieden geben, obwohl wir heuer ein zusätzliches Wirtschaftsvolk zur Verfügung hatten.  Blöd: der Honig saß teilweise so fest in den Waben, dass er durch den normalen Schleuderprozess nicht zu extrahieren war.

Zum Glück: mit der Qualität des Honigs dürfen wir auch dieses Jahr sehr zufrieden sein, und darauf kommt es schließlich an. Bereits auf dem Nachtbiomarkt in Neubiberg haben wir viele lokale Kunden von der Qualität des Honigs überzeugt. Mit unserem kleinen Stand auf dem Unterbiberger Wochenmarkt haben wir an jedem ersten Samstag bis Dezember den Honignachschub der Nachbarschaft gesichert.

Hurra, Honig für die Gemeinde Neubiberg

Wir haben uns sehr gefreut, dass wir für die Gemeinde Neubiberg, ihre Freunde und Mitarbeiter Honigpräsente zu Weihnachten liefern durften. Gut für die Beschenkten: sie konnten den Unterschied ihres lokalen Imkerhonigs zum gemeinen Industriehonig schmecken. Schlecht für Diejendigen, die den Honig schätzen und gerne mehr davon möchten: nichts ist mehr da :-(.

Damit die Hurra-Bienen auch nächstes Jahr fliegen

Den Bienenstand haben wir nun winterfest gemacht. Die Völker sind eingefüttert und den Sonnenwachsschmelzer mit dem wir unsere leeren Waben einschmelzen, brauchen wir erst mal nicht mehr.

Der Bienenstand wird Winterfest gemacht

Mit Pelle haben wir jetzt auch einen Bienenhütehund. Er ist noch in Ausbildung, wird aber bestimmt nächstes Jahr alle Immen sicher zurück zu den Beuten begleiten.

 

Wenn sich der Imker durch den Winter zittert

Das Bienenjahr ist ja eigentlich schon im August zu Ende. Natürlich sind für den Imker auch danach noch einige Aufgaben zu erledigen, z.B. das das Einfüttern. Die Bienen brauchen für den entnommenen Honig eine alternative Nahrung, die sie durch den Winter bringt. Wenn die Völker dann hoffentlich gut für die kalte Jahreszeit gerüstetet sind, gibts regelmäßige Wartungsbesuche (hoffentlich alles ok!) und noch einmal eine Behandlung gegen die Varroa-Milbe. Weil nur vitale Völker durch den Winter kommen, habe ich dieses Jahr fünf Ableger gemacht, um eventuelle Winterverluste auszugleichen. Hoffentlich schaffen es alle.

Die Bienen-Nahrungsquellen versiegen

Wenns kälter ist, so bei etwa 12° bleiben die Bienen lieber im Stock. Der Imker beisst sich dann lieber in die Faust, weil man die Beute besser nicht mehr öffnet. Die Bienenvölker sind jetzt auf sich gestellt, bis auf meine Gedanken, die sie begleiten. Bei jedem Sturm hoffe ich, dass der Selbstbau-Freistand sich gut gegen den Wind behauptet (bis jetzt prima,  klopf*klopf*klopf) und je länger der Winter dauert, dass das Futter reicht. Schneit es, soll der Schnee nicht die Einfluglöcher verdecken. Im Stock soll eine gute Luftzirkulation herrschen. Kommt der Frühling zu früh, hofft man, dass kein weiterer Wintereinbruch das Futter- und Brutmanagement des Volkes stört. So ein Winter kann schon verflixt lange dauern.

Winterverluste prognostiziert

Nach diesem verrückten Bienenjahr prognostizieren die Bieneninstitute hohe Winterverluste. Der frühe Start und Milde Start ins Bienenjahr hatte der Varroamilbe viel Zeit gegeben, sich immer wieder zu reproduzieren: ”Für das Wirtschaftsjahr 2014/15 befürchte die Expertenrunde im Bundesdurchschnitt einen Winterverlust von bis zu 23 % der Bienenvölker. Zuletzt habe die Milbe pro Jahr rund 10 % bis 15 % der Bienenvölker dahingerafft. Damit wären die Winterverluste durch die Varroamilbe im laufenden Wirtschaftsjahr wieder auf dem hohen Niveau von 2005/06 und 2011/12. Im Wirtschaftsjahr 2003/04 seien mit 28 % sogar noch mehr Bienenvölker durch die Varroamilbe vernichtet worden.

Ein kalter Winter ist daher nicht unbedingt schlecht für die Bienen. Eine Imkerregel besagt: “Kalte Füße, warmer Kopf.” 

Macht es gut Mädels!

Honigverkauf am Neubiberger Nachtbiomarkt: Lernen wie’s geht

Der Honigverkauf  im Nachtbiomarkt Neubiberg war beinahe generalstabsmäßig vorbereitet. Honig, Verkaufsschild, Visitenkarten, noch mehr Honig, alte Türe auf Malerböcken, alte Äpfelkisten, Brot, Butter und die Kasse. Auf dem Gelände des Umweltgartens wartete schon der große gelbe Schirm der Brauerei Schweiger. Zwischen  Steckerlfisch und dem Stand von Agenda 21 war mehr als reichlich Platz den Stand ein wenig von hier nach dorthin zu schieben.

Das Wetter: phantastisch. Ökologisch verantwortungsbewusst kamen die Marktbesucher mit dem Fahrrad, drehen ihre Marktrunde, im Bereich der Bühne wird es eng. Insgesamt ein schöner Mix an lokalen Initiativen, Verkäufern und natürlich mit Hurra, Honig! Unser Stand, mitten auf der frisch gemähten Wiese.

 

Das Schönste am Honigverkauf

Unsere Kunden durch Verkostung vom Hurra, Honig! zu überzeugen, der Verkauf unseres eigenen Produktes von den wir selbst überzeugt sind, der Spaß und die vielen neuen Kontakte und natürlich unser Stand. Ach ja, schön ist es auch von unsrem Bienenstand im Landschaftspark zu erzählen, der nur gefühlte 800 Meter vom Umweltgarten entfernt im Landschaftspark Hachinger Tal steht und die Vorstellung, dass unsere Bienen auch in den Gärten unserer Kunden waren.

Bewährt: unsere Biene wirkt auch auf die Entfernung. Die ganze Hurra, Honigverkaufsmannschaft war klasse.
Gelernt: beim Honigverkauf ist das Brot zur Honigverkostung fast so wichtig wie der Honig selbst. Wir schwören auf Walnussbrot.
Fazit: Honigverkauf macht in erster Linie Spaß und Reich an Erfahrung ;-)

Entdeckelt, geschleudert, gerührt und abgefüllt

Endlich ist es soweit. Die Honigschleuderung  #1/14 ist endlich abgefüllt! Bis dahin waren es viele Schritte:

  1. Das Bienenvolk durch den Winter zittern.
  2. Im Frühjahr Mittelwände einlöten und Erweiterungskästen aufsetzen.
  3. Zur Schwarmzeit wöchentlich jedes Volk durchsehen, Ableger bilden und Bienen streicheln.
  4. Im Juni endlich: Das Wetter ist gut und wir hoffen, dass die Bienen trotz des Konzertmaratons zum 100jährigen Jubiläum der Feuerwehr Ottobrunn auf der Landbahn gut schlafen konnten. Entspannte Bienen sind ruhige Bienen.
  5. Wir nutzen den Morgen und kehren von jeder verwendbaren Wabe die Bienen ab. Wir prüfen den Wassergehalt.
  6. Rumpel-Rumpel transportieren wir die sehr schweren Kästen mit den Honigwaben auf einer Sackkarre zum Auto.
  7. Alles steht bereit: die handbetriebene Schleuder, das Entdeckelungsgeschirr, und die Edelstahlsiebe  durch die wir den Honig laufen lassen.
  8. Jeweils vier Waben können wir schleudern. Der Honig sammelt sich und läuft golden und dickflüssig in den Auffangeimer.
  9. Wir streichen den ersten Honig aufs Brot! Wundervoll!
  10. Immer wieder müssen wir das Sieb säubert, da es schnell verstopft.
  11. Alles klebt.
  12. Irgendwann ist der Honig abgeschleudert. Jetzt nur noch alles sauber machen.
  13. Die leeren Waben bringen wir zum Ausschlecken zu den Bienen zurück. Sie lieben es.
  14. Am nächsten Tag den Honig abschäumen. Er soll klar und nicht trüb sein.
  15. Mit dem Honigstampfer “Auf & Ab” den Honig rühren. Das machen wir jetzt täglich, weil der Honig eine schöne cremige Konsistenz haben soll.
  16. Da wir nicht genug Honiggläser haben, beim nächsten Wochenende zur Süddeutschen Imkereigenossenschaft fahren und Nachschub besorgen
  17. Weiterrühren
  18. Irgendwann: Tätäääää , der Honig kann abgefüllt werden.
  19. Das neue Etikett aufkleben.
  20. Jetzt könnt ihr Hurra, Honig kaufen!

Hurra, Sommerblüte aus unserer regionalen Honigschleuderung aus Unterhaching, Neubiberg und Ottobrunn gibt’s hier

 

Nachtbiomarkt Neubiberg: Hurra, Honig! ist am 17.07. dabei

Unsere Planungen für die erste Teilnahme am Nachtbiomarkt Neubiberg laufen auf Hochtouren. Ganz ehrlich, Hurra, Honig! ist klein aber fein. Nicht mehr als neun Wirtschaftsvölker stehen derzeit im Landschaftspark Hachinger Tal. Primär wirtschaftlich motiviert sind wir nicht, da die Imkerei  ein Ausgleich zum Hauptberuf ist. Dennoch freuen wir uns auf den ersten Verkaufsstand auf dem Nachtbiomarkt Neubiberg, weil wir das Feedback auf unseren Honig gerne persönlich abholen.
Nachtbiomarkt Neubiberg

 

Ein Besuch des Nachtbiomarktes Neubiberg lohnt sich aber bestimmt, weil er dieses Jahr noch größer und vielfältiger wird. Das Programm liest sich vielverprechend. Zu entdecken gibt es neben Hurra, Honig!:
  • Direktvermarkter,
  • Naturkosthändler,
  • Biowirte,
  • Vereine und Umweltschutzinitiativen,
  • Aktionen für die ganze Familie, und
  • die „Rubber Soul Connection“ mit ihrem facettenreichen Vocal-Rock-Pop.

Ach ja, weil auch die Tochter in der Schulband der Montessorischule Emile singt, lässt sich das Schöne mit dem Angenehmen verbinden. Prämiere haben also nicht nur der erste Honigstand, sondern auch der erste öffentliche Auftritt.

Stimmt die Zielgruppe der Käufer von Imkerhonig mit den eigenen Beobachtungen überein. Wir dürfen gespannt sein.
Hier gehts zum Blogbeitrag “Imker-Honig oder Nutella? Eine Zielgruppenbetrachtung.” ;-)

Der Nachtbiomarkt Neubiberg  findet am 17.07. von 18:00 – 22:00 Uhr im Umweltgarten Neubiberg, Äußere Hauptstraße 10 statt. Vielleicht dürfen wir Euch Honig aufs Brot schmieren?

 

Der Raps verschwindet, wir können bald schleudern!

Folgte man noch vor wenigen Wochen der Autobahn ab Ramersdorf, wurde es ganz schön gelb. Rechts und links blendeten leuchtende Rapsfelder die Augen. Wenn die Sonne scheint, der Himmel blau ist, kommen die Farben besonders zur Geltung. Ich mag diese Zeit, ich mag das Gelb.  Auch wenn unsere Bienen zu den teils Rapsfeldern weiter fliegen müssen, als zu den Löwenzahn und Wiesenblumen, schmeckt man den ganzen Charakter der im Mai und Juni aufblühenden Natur besonders in der ersten Honigschleuderung. Der Honig ist hell und mild.  

Jetzt, wo von dem Lieblingsgelb kaum mehr was übrig ist und die grünen Stängel die Farbnote vorgeben, wird es Zeit für die erste Honigernte.  Mit Blick auf das Wetter und in den Honigraum haben wir die letzten Wochen ganz genau beobachtet, was die Hurra-Bienen schon geleistet haben. Die Anzahl der verdeckelten Waben steigt und steigt. Die erste Fingerprobe lässt vorausahnen, dass unser Honig wieder wunderbar wird!

 

 

 

Mai und Juni ist Schwarmzeit

Die Bienenvölker entwickeln sich prima. Fast zu gut. Bereits an den letzte drei Wochenenden haben wir Maßnahmen zur Schwarmvorbeugung vorgenommen. Zwei Fluglinge und zwei Königinnenableger sollen das Abschwärmen verhindern. Nachdem wir letztes Jahr nicht alle Bienen halten konnten wollen wir es diesmal besser machen.

Gleich um die Ecke war ein anderer Imker mit seiner Schwarmvorbeugung wohl nicht ganz so erfolgreich. Mitten im schönsten Imkern hat Peter am Sonntag einen Anruf erhalten. Bereits zum zweiten Mal wurde er von der gleichen Anruferin verständigt, bei der es sich mehrere tausend Bienen gemütlich gemacht hatten und auf die Rückkehr ihrer Spurbienen warteten. Sie haben alles mit dabei um mit ihrer Köning eine neue Existenz zu gründen. Mit einem Schwarm verliert ein Volk sehr viele seiner Bienen was für den Imker viel weniger Honig bedeutet.

Über die Schwarmverhinderung wird in Inkerkreisen viel diskutiert. Während die Halter der Bienenkiste oder z.B. Demeter-Imker Bienen bewusst abschwärmen lassen und dabei hoffen, den Schwarm selbst wieder einzufangen, macht das der “normale” Imker nicht. Wir haben uns gegen das Abschwärmen lassen entschieden, da der Auszug der Bienen meist zur Mittagszeit erfolgt und man Wochentags kaum die Möglichkeit hat, sich vors Flugloch zu setzen, Bienenschwärme meist hohe Aufregung innerhalb der Bevölkerung verursachen und Schwarmverhinderung ohne Schädigung der Königin eine echte Vorteilssituation für Biene und Imker darstellt, da es hohle Bäume als Brutsraum bei uns schon lange nicht mehr gibt.

Findet man eine Weiselzelle auf einer seiner Waben ist es meist zu spät. Das Volk ist in Schwamstimmung und kann nur noch durch einen Königinnenableger gehalten werden.