Sie fliegen! Grosser Reinigungsflug am Bienenstand.

Im Februar geht mir der Schnee meist gründlich auf den Geist. Das geht bestimmt auch den Bienen so, allerdings ist es weniger der Schnee als die Kälte. Die Bienen sitzen in der Traube und müssen sich ihr Geschäft so lange verdrücken, bis es warm genug ist, dass der Latrinenflug keine Selbstmordaktion ist. Heute war es endlich so weit, die ersten warmen Sonnenstrahlen haben die Flugbretter auf etwa 12 ° aufgeheizt. Als ich gegen 13:30 Uhr heute am Bienenstand ankam, brummte es schon gewaltig. Ein wunderbares Bild! Sollten die Völker jetzt den Restwinter gut überstehen, sollten genug Wirtschaftsvölker für ein paar Gläser Honig vorhanden sein.

Überall findet man im Schnee jetzt die Spuren der großen Befreiung. Bienen lieben es auf weißen Untergrund zu koten. Würden jetzt ein weißes Auto oder weisse Wäsche vor den Bienenstand stehen, wäre die jetzt ordentlich eingesaut.

Am Ablegerstand war bei zwei Völkern wenig bis kaum Flugbetrieb festzustellen. Vielleicht lag es daran, dass die Flußlöcher im Schatten lagen, vielleicht haben es die Völker aber auch nicht geschafft. :-(

Die nächste entscheidende Frage: Haben die Bienen noch genug Futter? Wenn sich die Temperatur weiter aufgeheizt hat, kann man es wagen mal die Deckel zu öffnen.

Bienenstand versinkt im Schnee: Die Fluglöcher müssen freigeräumt werden

War die Weihnachtsstimmung am 24.12. eher herbstlich, verwandelte sich über Nacht der Bienenstand über Nacht in ein weisses Meer. Nachdem ich bereits am 26. die Fluglöcher der Beuten freigeräumt hatte, waren sie zwei Tage noch tiefer eingeschneit.
Dann mal lieber zum Bienenstand gestapft und für die nötige Luftversorgung gesorgt.

Die Bienen sitzen ganz eng in einer Traube und in der Mitte die Königin. Das Brutgeschäft ruht.”Die Bienen in der äussersten Schicht der Traube entwickeln durch Vibrieren ihrer Muskulatur Wärme. Für die Herstellung der Wärme wird das Futter, das die Bienen im Sommer und Herbst in den Futterwaben abgelagert haben verwendet. Auf diese Weise existiert im Innern der Traube stets eine Temperatur von mindestens 25 °C.”(Imkerverein Büchertal).

Ordentliches Imkerjahr-2014: Verkauf der letzen Gläser Hurra, Honig!

Das Imkerjahr 2014 fällt, wenn man sich mit Imkerkollegen unterhält, durchwachsen aus. Mit Start des Jahres mochte man ja beinahe euphorisch utopischen Honigerträgen durch den frühen Start der Natur entgegenfiebern, doch am Ende gabs weniger Honig, als eine enorme Belastung durch die Varroa Milbe. Im Verleich zu 2013 mussten wir uns mit weniger Honigertrag zufrieden geben, obwohl wir heuer ein zusätzliches Wirtschaftsvolk zur Verfügung hatten.  Blöd: der Honig saß teilweise so fest in den Waben, dass er durch den normalen Schleuderprozess nicht zu extrahieren war.

Zum Glück: mit der Qualität des Honigs dürfen wir auch dieses Jahr sehr zufrieden sein, und darauf kommt es schließlich an. Bereits auf dem Nachtbiomarkt in Neubiberg haben wir viele lokale Kunden von der Qualität des Honigs überzeugt. Mit unserem kleinen Stand auf dem Unterbiberger Wochenmarkt haben wir an jedem ersten Samstag bis Dezember den Honignachschub der Nachbarschaft gesichert.

Hurra, Honig für die Gemeinde Neubiberg

Wir haben uns sehr gefreut, dass wir für die Gemeinde Neubiberg, ihre Freunde und Mitarbeiter Honigpräsente zu Weihnachten liefern durften. Gut für die Beschenkten: sie konnten den Unterschied ihres lokalen Imkerhonigs zum gemeinen Industriehonig schmecken. Schlecht für Diejendigen, die den Honig schätzen und gerne mehr davon möchten: nichts ist mehr da :-(.

Damit die Hurra-Bienen auch nächstes Jahr fliegen

Den Bienenstand haben wir nun winterfest gemacht. Die Völker sind eingefüttert und den Sonnenwachsschmelzer mit dem wir unsere leeren Waben einschmelzen, brauchen wir erst mal nicht mehr.

Der Bienenstand wird Winterfest gemacht

Mit Pelle haben wir jetzt auch einen Bienenhütehund. Er ist noch in Ausbildung, wird aber bestimmt nächstes Jahr alle Immen sicher zurück zu den Beuten begleiten.

 

Wenn sich der Imker durch den Winter zittert

Das Bienenjahr ist ja eigentlich schon im August zu Ende. Natürlich sind für den Imker auch danach noch einige Aufgaben zu erledigen, z.B. das das Einfüttern. Die Bienen brauchen für den entnommenen Honig eine alternative Nahrung, die sie durch den Winter bringt. Wenn die Völker dann hoffentlich gut für die kalte Jahreszeit gerüstetet sind, gibts regelmäßige Wartungsbesuche (hoffentlich alles ok!) und noch einmal eine Behandlung gegen die Varroa-Milbe. Weil nur vitale Völker durch den Winter kommen, habe ich dieses Jahr fünf Ableger gemacht, um eventuelle Winterverluste auszugleichen. Hoffentlich schaffen es alle.

Die Bienen-Nahrungsquellen versiegen

Wenns kälter ist, so bei etwa 12° bleiben die Bienen lieber im Stock. Der Imker beisst sich dann lieber in die Faust, weil man die Beute besser nicht mehr öffnet. Die Bienenvölker sind jetzt auf sich gestellt, bis auf meine Gedanken, die sie begleiten. Bei jedem Sturm hoffe ich, dass der Selbstbau-Freistand sich gut gegen den Wind behauptet (bis jetzt prima,  klopf*klopf*klopf) und je länger der Winter dauert, dass das Futter reicht. Schneit es, soll der Schnee nicht die Einfluglöcher verdecken. Im Stock soll eine gute Luftzirkulation herrschen. Kommt der Frühling zu früh, hofft man, dass kein weiterer Wintereinbruch das Futter- und Brutmanagement des Volkes stört. So ein Winter kann schon verflixt lange dauern.

Winterverluste prognostiziert

Nach diesem verrückten Bienenjahr prognostizieren die Bieneninstitute hohe Winterverluste. Der frühe Start und Milde Start ins Bienenjahr hatte der Varroamilbe viel Zeit gegeben, sich immer wieder zu reproduzieren: ”Für das Wirtschaftsjahr 2014/15 befürchte die Expertenrunde im Bundesdurchschnitt einen Winterverlust von bis zu 23 % der Bienenvölker. Zuletzt habe die Milbe pro Jahr rund 10 % bis 15 % der Bienenvölker dahingerafft. Damit wären die Winterverluste durch die Varroamilbe im laufenden Wirtschaftsjahr wieder auf dem hohen Niveau von 2005/06 und 2011/12. Im Wirtschaftsjahr 2003/04 seien mit 28 % sogar noch mehr Bienenvölker durch die Varroamilbe vernichtet worden.

Ein kalter Winter ist daher nicht unbedingt schlecht für die Bienen. Eine Imkerregel besagt: “Kalte Füße, warmer Kopf.” 

Macht es gut Mädels!

Honigverkauf am Neubiberger Nachtbiomarkt: Lernen wie’s geht

Der Honigverkauf  im Nachtbiomarkt Neubiberg war beinahe generalstabsmäßig vorbereitet. Honig, Verkaufsschild, Visitenkarten, noch mehr Honig, alte Türe auf Malerböcken, alte Äpfelkisten, Brot, Butter und die Kasse. Auf dem Gelände des Umweltgartens wartete schon der große gelbe Schirm der Brauerei Schweiger. Zwischen  Steckerlfisch und dem Stand von Agenda 21 war mehr als reichlich Platz den Stand ein wenig von hier nach dorthin zu schieben.

Das Wetter: phantastisch. Ökologisch verantwortungsbewusst kamen die Marktbesucher mit dem Fahrrad, drehen ihre Marktrunde, im Bereich der Bühne wird es eng. Insgesamt ein schöner Mix an lokalen Initiativen, Verkäufern und natürlich mit Hurra, Honig! Unser Stand, mitten auf der frisch gemähten Wiese.

 

Das Schönste am Honigverkauf

Unsere Kunden durch Verkostung vom Hurra, Honig! zu überzeugen, der Verkauf unseres eigenen Produktes von den wir selbst überzeugt sind, der Spaß und die vielen neuen Kontakte und natürlich unser Stand. Ach ja, schön ist es auch von unsrem Bienenstand im Landschaftspark zu erzählen, der nur gefühlte 800 Meter vom Umweltgarten entfernt im Landschaftspark Hachinger Tal steht und die Vorstellung, dass unsere Bienen auch in den Gärten unserer Kunden waren.

Bewährt: unsere Biene wirkt auch auf die Entfernung. Die ganze Hurra, Honigverkaufsmannschaft war klasse.
Gelernt: beim Honigverkauf ist das Brot zur Honigverkostung fast so wichtig wie der Honig selbst. Wir schwören auf Walnussbrot.
Fazit: Honigverkauf macht in erster Linie Spaß und Reich an Erfahrung ;-)

Entdeckelt, geschleudert, gerührt und abgefüllt

Endlich ist es soweit. Die Honigschleuderung  #1/14 ist endlich abgefüllt! Bis dahin waren es viele Schritte:

  1. Das Bienenvolk durch den Winter zittern.
  2. Im Frühjahr Mittelwände einlöten und Erweiterungskästen aufsetzen.
  3. Zur Schwarmzeit wöchentlich jedes Volk durchsehen, Ableger bilden und Bienen streicheln.
  4. Im Juni endlich: Das Wetter ist gut und wir hoffen, dass die Bienen trotz des Konzertmaratons zum 100jährigen Jubiläum der Feuerwehr Ottobrunn auf der Landbahn gut schlafen konnten. Entspannte Bienen sind ruhige Bienen.
  5. Wir nutzen den Morgen und kehren von jeder verwendbaren Wabe die Bienen ab. Wir prüfen den Wassergehalt.
  6. Rumpel-Rumpel transportieren wir die sehr schweren Kästen mit den Honigwaben auf einer Sackkarre zum Auto.
  7. Alles steht bereit: die handbetriebene Schleuder, das Entdeckelungsgeschirr, und die Edelstahlsiebe  durch die wir den Honig laufen lassen.
  8. Jeweils vier Waben können wir schleudern. Der Honig sammelt sich und läuft golden und dickflüssig in den Auffangeimer.
  9. Wir streichen den ersten Honig aufs Brot! Wundervoll!
  10. Immer wieder müssen wir das Sieb säubert, da es schnell verstopft.
  11. Alles klebt.
  12. Irgendwann ist der Honig abgeschleudert. Jetzt nur noch alles sauber machen.
  13. Die leeren Waben bringen wir zum Ausschlecken zu den Bienen zurück. Sie lieben es.
  14. Am nächsten Tag den Honig abschäumen. Er soll klar und nicht trüb sein.
  15. Mit dem Honigstampfer “Auf & Ab” den Honig rühren. Das machen wir jetzt täglich, weil der Honig eine schöne cremige Konsistenz haben soll.
  16. Da wir nicht genug Honiggläser haben, beim nächsten Wochenende zur Süddeutschen Imkereigenossenschaft fahren und Nachschub besorgen
  17. Weiterrühren
  18. Irgendwann: Tätäääää , der Honig kann abgefüllt werden.
  19. Das neue Etikett aufkleben.
  20. Jetzt könnt ihr Hurra, Honig kaufen!

Hurra, Sommerblüte aus unserer regionalen Honigschleuderung aus Unterhaching, Neubiberg und Ottobrunn gibt’s hier

 

Nachtbiomarkt Neubiberg: Hurra, Honig! ist am 17.07. dabei

Unsere Planungen für die erste Teilnahme am Nachtbiomarkt Neubiberg laufen auf Hochtouren. Ganz ehrlich, Hurra, Honig! ist klein aber fein. Nicht mehr als neun Wirtschaftsvölker stehen derzeit im Landschaftspark Hachinger Tal. Primär wirtschaftlich motiviert sind wir nicht, da die Imkerei  ein Ausgleich zum Hauptberuf ist. Dennoch freuen wir uns auf den ersten Verkaufsstand auf dem Nachtbiomarkt Neubiberg, weil wir das Feedback auf unseren Honig gerne persönlich abholen.
Nachtbiomarkt Neubiberg

 

Ein Besuch des Nachtbiomarktes Neubiberg lohnt sich aber bestimmt, weil er dieses Jahr noch größer und vielfältiger wird. Das Programm liest sich vielverprechend. Zu entdecken gibt es neben Hurra, Honig!:
  • Direktvermarkter,
  • Naturkosthändler,
  • Biowirte,
  • Vereine und Umweltschutzinitiativen,
  • Aktionen für die ganze Familie, und
  • die „Rubber Soul Connection“ mit ihrem facettenreichen Vocal-Rock-Pop.

Ach ja, weil auch die Tochter in der Schulband der Montessorischule Emile singt, lässt sich das Schöne mit dem Angenehmen verbinden. Prämiere haben also nicht nur der erste Honigstand, sondern auch der erste öffentliche Auftritt.

Stimmt die Zielgruppe der Käufer von Imkerhonig mit den eigenen Beobachtungen überein. Wir dürfen gespannt sein.
Hier gehts zum Blogbeitrag “Imker-Honig oder Nutella? Eine Zielgruppenbetrachtung.” ;-)

Der Nachtbiomarkt Neubiberg  findet am 17.07. von 18:00 – 22:00 Uhr im Umweltgarten Neubiberg, Äußere Hauptstraße 10 statt. Vielleicht dürfen wir Euch Honig aufs Brot schmieren?

 

Der erste Hurra, Honig! 2014 ist endlich geschleudert!

Es ist immer ganz besonderes Ereignis, wenn die erste Schleuderung des Jahres ansteht. Wir hatten bereits das vorherige Wochenende angepeilt, doch Wetter und viel Trubel ließen Gitta und mich lieber noch weitere sieben Tage warten. Mit dem vergangenen Sonntag war es auch schnell klar: es wird verflixt heiß und mit der Hitze verteufelt anstrengend.

Das Ergebnis war nach knapp sieben Stunden ein Gutes, aber kein Überragendes, da wir noch etliche Waben lieber für die zweite Schleuderung länger im Stock gelassen haben, da sie teils noch nicht die ausreichende Verdeckelung  vorweisen konnten. Ist schon interessant, wie die individuellen Ergebnisse der Bienen-Völker sind. Worauf es aber wirklich ankommt:  Qualität und Geschmack. Mit dem ersten Honigbrot haben wir uns schon mal das Fazit gezogen, dass wir mit dem Hurra, Honig! #1/14 einen ganz prima neuen Jahrgang in Vorbereitung haben. Er ist herrlich mild!

Da kommt er raus, der erste Hurra, Honig 2014!

Gleich aufs Brot!

Für die ganz Eiligen: Natürlich kann man den Honig schon jetzt essen. Besser aber ist es, wenn wir an vielen Tagen die Zuckerkristalle brechen, damit er schön streichzart wird und nachträglich nicht im Glas zu einem festen Klumpen wird. Passiert dies, war der Imker ein Faulbärchen.

Wissen wann es den ersten Honig zu kaufen gibt? Einfach Hurra, Honig auf Facebook schreiben oder uns eine Mail schreiben, dass wir dich benachrichtigen können, wenn er fertig ist.

 

Ich will Hurra, Honig!

Imker-Honig oder Nutella? Eine Zielgruppenbetrachtung

Deutschland gehört zu  den weltweit größten Honigkonsumenten . Laut einer Umfrage des Bundeslandwirtschaftsministeriums von 2013 essen zwei Drittel aller Verbraucher in Deutschland (63 Prozent) regelmäßig Honig. Wer aber sind genau  die Nutzer, die beim Kauf mehr auf die Naturbelassenheit des Honigs achten, und somit potenzielle Kunden lokaler Imker sind? Für Werbungtreibende gibt es hervorragende Untersuchungen die sich auswerten lassen.  So zum Beispiel die Verbraucheranalyse 2012. Der VA liegen repräsentative Befragungen der deutschen Bevölkerung vor, die sowohl  soziodemografische Aspekte,  wie z. B. Alter, Wohnort oder Familienstand  als auch Konsumeinstellungen (Kaufabsichten  / -Präferenzen) berücksichtigen. Aus Neugierde hab ich mir einmal die Zahlen näher angesehen:

Wer gehört zu den regelmäßigen Honigessern?

Ausgehend von der deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahre die Honig verwenden, wird Honig in nahezu allen Bundesländern mit gleicher Intensität genossen (22,63 Mio). Lediglich Sachsen-Anhalt, hat bei den Intensiv- und Mittelverwendern (2 mal die Woche) geringfügig die Nase vorne. Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Berlin bilden das Schlusslicht.

Laut Forsaumfrage (16./17. Mai 2013, 1003 Befragte) von 201s für das Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz  ist Honig in Ostdeutschland mit 73 Prozent regelmäßiger Konsumenten sogar noch beliebter als im Westen (61 Prozent). Abhängig davon, was Forsaumfrage unter “regelmäßig” versteht, erkennt man Parallelen mit der Verbraucheranalyse.

Wer achtet beim Honigkauf auf Natur- und Bioprodukte, auch wenn Sie teurer sind?

Um der Zielgruppe für Imkerhonig näherzukommen,  habe ich dem Attribut der Honig Intensiv- und Mittelverwender zusätzlich den Filter “Ich kaufe gezielt Natur- und Bioprodukte, auch wenn sie teurer sind” verpasst. Das macht in Summe 7,34 Mio. Verwender und somit 1/3 weniger als der “gemeine” Honig-Intensivverwender. Erstaunlicherweise ändern sich nun die vorherigen Indexwerte (100% = Durchschnitt) der Verbraucher in den Bundesländern. Bis auf die Insel Bremen grenzen sich nun Norddeutschland und Ostdeutschland von Süd und Mitteldeutschland ab. Scheinbar essen Deutsche gerne Honig, greifen dabei aber lieber zum günstigeren Produkt aus dem Supermarkt.

Um eine These für die Ursache zu entwickeln, habe ich mir die Imkerdichte vom Deutschen Imkerbund für unser Land angesehen. Von diesen Zahlen ausgehend kann man mutmaßen,  dass man in Ostdeutschland sehr gerne Honig konsumiert, aber diesen vorwiegend im Supermarkt kauft, da es keine Bindung zum lokalen Imker gibt.

Nutella oder Honig?

Da haben Ferrero und die anderen Anbieter von Nuss- Nougatcremes gute Arbeit geleistet.  Besonders bei jungen intensiv- und Mittelverwendern ist das “braune Gold” deutlich beliebter als Honig. Die Präferenz für natürliche Lebensmittel und das Wissen, warum sie so wertvoll sind, scheint noch nicht ausgeprägt. Gegessen wird was schmeckt. Der gezielte Einkauf von Natur und Bioprodukten macht erst ab 30 Jahre einen Sprung bei den Indexwerten.

Der “gemeine” Honigintensivverwender (ohne Präferenz für teils auch teurere Natur- und Bioprodukte) ist 40 Jahre. Hier gleichen sich die Indexwerte aus und die Honigliebhaber übernehmen die Führung. Gut für die  Imker, durch die Alterspyramide ist (noch) die Anzahl der Honigverbraucher in Summe deutlich höher, als bei jungen Zielgruppen.

Der Absatzmarkt bei jungen Honiggenießer ist für Imker natürlich nicht verloren, wenn auch der Honig-Indexwerte für Intensivverwendern  unter denen von Nuss- und Nougat-Cremes liegt. Man isst was einfach zu kaufen ist und schmeckt. Mit 14,91 Mio. Nuss- Nougat-Chreme Intensiv- und Mittelverwender sind es in Summe weniger als Liebhaber von Honig. Aber Obacht.

Spannend ist finde ich, in diesem Zusammenhang die Betrachtung der Milieus nach Sigma. In dieser Betrachtung werden Verbrachercluster nach sozialen Status im Verhältnis zum Werteverständnis der Deutschen gebildet. Zu den Nuss- und Nougat-Cremes Mittel- und Intensivverwendern gehören das “Moderne Arbeitnehmermilieu” (Junge mittlere Mittelschicht, vielfach bestehend aus Facharbeitern moderner Dienstleistungen, ambitioniert und konsumfreudig), das “Hedonistische Milieu” (jugendkulturelles Millieu aus dem untern bis mittleren Mittelschicht, mit hohem Drang nach Freiheit, Ungebundenheit und Spontaneität) sowie das “Postmoderne Milieu” (Mittlere- und obere Mittelschicht, junges, formal zumeist hochgebildetes Avantgarde-Milieu, die Widersprüchen kokettiert).

Zu den Honig Mittel- und Intensivverwendern denen ich den Kauf beim Imker unterstelle, gehören besonders  das “Etablierte Milieu” (konservatives Elitemilieu mit traditioneller Lebensführung”, das “Liberal-Intellektuelles Milieu” (schätzen sinnstiftenden Genuß auf hohem Niveau, praktizieren eines verantwortungsbewußtem Umgang mit sich und der Welt ) und das “moderne Bürgerliche Milieu (Mittleren Mittelschicht dem Lebensqualität,  materielles wie auch emotionales Wohlergehen für Familie und Kinder wichtig ist)

Wächst eine Generation von Honigverweigerer nach?

Das ist eher unwahrscheinlich. Honig ist ein wertvolles und leckeres Lebensmittel. Honigintensivverwender von Imkerhonig finden wir besonders in Familien mit Kindern unter 14 Jahren. Diese Präferenz ändert sich auch in den Familien nicht, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

Wie informiert ist der Honigkonsument über die Herkunft seines Honigs?

Sehr spannend finde ich auch weitere folgende Forsa-Zahlen: 73 Prozent der Befragten geben an, auf deutsche Produkte zu achten – 67 Prozent bevorzugen vor allem Bienenhonig aus ihrer Heimatregion. Legt man die Honigproduktion des Landes dagegen, deckt die hiesige Honig-Produktion gerade mal 20 % der Nachfrage. Glaubt der Durchschnitts-Honigkunde wenn er im Supermarkt, dass er lokalen Honig kauft, aber dafür eine Mischung von Honig aus EG- Ländern und Nicht-EG-Ländern erhält?

Wer ist meine Honigzielgruppe?

Diese Frage beantwortet sich meist sehr schnell, da der Hauptabsatz eines Hobbyimkers im unmittelbaren Familien, Freundes, Kollegen und Nachbarschaftsumfeld stattfindet und vermutlich nur zum Teil alternative Absatzkanäle wie Märkte für sich nutzt.
Zugegeben, es macht mir Freude meinen Honig nicht im Deutschen Imker-Glas zu verkaufen, da es mehr Freude macht, den Honig  etwas von der eigenen Freude am Imkern mitzugeben, sowie seine Charakter herauszuarbeiten. Motivierend: Es wäre schön, wenn Hurra, Honig! auch ein klein wenig dazu beiträgt, den Honigkunden von morgen ein Treppchen zu bauen ;-).

Was es heißt, wenn 20 Mio. Bienen auf dem Highway fliegen

Diese Woche war’s in verschiedenen Medien zu lesen. In Delaware ist ein Truck mit 16-20 Millionen Bienen auf einem US-Highway umgekippt. Der Fahrer  und seine Begleiter haben 50 Sticke abbekommen. Die Bienen befanden sich auf der Reise von Florida nach Maine um dort Blaubeeren zu bestäuben. Delaware liegt etwa auf der Hälfte der 2500 Km langen Strecke. Offensichtlich war man von Seiten der lokalen Imker auf derlei Unfälle gut vorbereitet, da es einen “Bee Removal Plan” gab, bei dem lokale Imker helfen die Schwärme einzufangen.

Wanderimkerei gibt es auch in Deutschland, aber in ganz anderen Dimensionen. Meist sehr lokal unterscheidet sich die Bienenhaltung in Deutschland ganz grundlegend von der in den USA.  Auf der Website von globale-almende wird das sehr schön erklärt. Die großen Monokulturflächen erfordern eine Bestäubung durch eine Vielzahl von Bienenvölkern. Da die Staaten bekanntlich riesig und über mehrere klimatische Zonen verteilt sind, werden an unterschiedlichen Stellen zu unterschiedlichen Zeiten im gigantischen Ausmaß landwirtschaftliche Produkte angebaut:

  • Februar: Mandelblüte in Kalifornien
  • März: Bestäubung von Apfelblüten im Bundesstaat Washington
  • Mai: zu den Raps- und Sonnenblumen in South Dakota
  • Juni: Blaubeerenbestäubung in Maine
  • Juli: Kürbisfeldern in Pennsylvania
  • August bis Januar: Überwinterung in Florida

Eine Jahresroute kann bis zu 18.000 km betragen. Und einer dieser Tieflader, vollgeladen mit Bienen hat es also in Dellaware zerlegt.  Es geht also um das große Geschäft. Industrielle Landwirtschaft mit industrieller Bestäubung von industriell organisierten “Imkern”.

In Deutschland halten die etwa 100.000 Imker  nach Angaben des deutschen Imkerbundes  im Durchschnitt 7,3 Bienenvölker. Weniger als ein Prozent betreiben die Imkerei erwerbsmäßig. 80 % der Imker sind für 1–20 Völker verantwortlich . Im Vergleich gibt es in den USA geschätzt  115 – 125.000 Imker*  Auch hier besteht der Großteil aus Hobbyists. Die Anzahl von Völkern wird mit 2,64 Milionen angegeben (basierend auf Imkern mit fünf oder mehr Bienenvölkern)*

Allein auf Grund der Größe des Landes und der sehr  ungenauen Zahlen kann man sich zusammenreimen (nicht rechnen), welchen hohen Beitrag die lokalen Bienen und ihre Imker leisten. Noch müssen keine LKW-Trucks von Bayern in den Norden oder umgekehrt transportiert werden. Aber Alarmsignale gibt es aber auch hierzulande.

*2012 Industry Survey, Bee Culture Magazine
**National Honey Board (NHB) is an industry-funded agriculture promotion group